Berichte über das Praktikum

 

WAZ Kettwig 22. Februar 2012
Mehr als nur Praktikum
THG-Schüler sammeln beim zweiwöchigen Einblick in die Berufswelt eine Menge Erfahrungen

Hanna Schneider

Jedes Jahr im Februar, wenn das Theodor-Heuss-Gymnasium seine Neuntklässler ins zweiwöchige Betriebspraktikum schickt, verschlägt es die Schüler in viele verschiedene Richtungen. Je nach Interessen haben sie sich bei Essener Betrieben beworben, um dort einen Einblick in die Berufe zu bekommen. Lisa Keul, 14 Jahre alt, war schon lange klar, dass sie ihr Praktikum gern bei der Kettwiger Kieferorthopädin Anne-Lise Sol-Ruijs; machen würde: Als ehemalige Patientin kennt sie die Ärztin bereits gut und fühlte sich an ihrem Praktikumsplatz auch sichtlich wohl: „Ich könnte mir gut vorstellen, noch einmal ein Praktikum hier zu machen", sagt sie und lächelt. Langweilig wurde ihr während dieser zwei Wochen ganz bestimmt nicht, denn Lisa wurde in der Praxis täglich stark gefordert. Sie durfte die Vorbereitungen für eine Behandlung treffen, die Instrumente und Patientenmappen bereitlegen und „natürlich auch während einer Behandlung assistieren", erzählt Linda Frye, Kieferorthopädin. Vom Team in der Praxis sei sie sehr gut aufgenommen worden, berichtet Lisa. Da ihr die Arbeit dort so viel Spaß gemacht hat und sie sich sehr für dieses Berufsfeld interessiert, hält sie es durchaus für möglich, sich auch nach dem Schulabschluss in diese Richtung zu orientieren. Auch Nico Cofano könnte sich vorstellen, das Berufsfeld seines Praktikumsplatzes in der Zukunft noch näher kennen zu lernen.

Er verbrachte die zwei Wochen bei den Architekten Fütterer und Schepers in Kettwig. Liest man seine Tagesberichte, die er gemeinsam mit den beiden Architekten geschrieben hat, fällt schnell auf, wie vielseitig auch sein Praktikum war. Baustellenbegehungen der Projekte in Bredeney und an der Hauptstraße 13 in Kettwig brachten ihm die Arbeit eines Architekten näher. Besonders die Mitarbeit an dem Projekt in Kettwig machte Nico viel Spaß. Für die Stadtvilla, die derzeit restauriert wird, durfte er bereits Varianten zur Zusammensetzung der historischen Fliesen erarbeiten und auch Grundrisse mit Hilfe von Zeichenbrett und Schablone anfertigen. Die Aufgaben, die ihm die Architekten gaben, entsprachen also genau seinen Vorstellungen und Wünschen. In der Facharztklinik Essen im Rüttenscheider Girardet-Haus war in den vergangenen Tagen Rebecca Schanze tätig. Die 15-Jährige hat sich für diese Praktikumsstelle entschieden, „weil ich hier so viele verschiedene Berufe kennen lernen kann". Natürlich der Bereich der Chirurgie, aber auch die Aufgaben einer Krankenpflegerin und Krankenschwester seien ihr in dieser Zeit nahe gebracht worden, und sie habe festgestellt, wie anstrengend Krankenpflege sei. Allerdings ist in der Facharztklinik noch einiges anders als in einem Krankenhaus. Da die Klinik im Girardet-Haus mit nur achtzehn Betten deutlich kleiner ist, gibt es eine viel familiärere und vertraulichere Atmosphäre.

Zu den Patienten hatte Rebecca ein gutes Verhältnis, sie vertrauten ihr und forderten sie auch, obwohl sie ja eigentlich nur eine Praktikantin war. Das war nur eine kleine Auswahl der vielen Berufe, in die alle Neuntklässler des THGs in den vergangene zwei Wochen einen guten Einblick bekommen konnten. Jetzt müssen sie aber erst noch drei Jahre den schulischen Alltag über sich ergehen lassen, bis sie dann endlich ihre beruflichen Karrieren starten können.

HINTERGRUND


Die Praktikantin Hanna Schneider
Ich habe mein Praktikum in der Lokalredaktion der WAZ/NRZ in Kettwig absolviert und unter Betreuung der Redakteurin Sabine Moseler-Worm und des freien Mitarbeiters Henrik Stan zwei spannende Wochen gehabt. Neben dem Schreiben in der Redaktion konnte ich auch mit zu Terminen gehen und habe so die Arbeit eines Joumalisten schnell kennen gelernt. Dass ich bereits in der ersten Woche Artikel veröffentlichen durfte, habe ich nicht erwartet und mich deswegen umso mehr darüber gefreut. Vielen Dank also an die beiden, die mir trotz meiner geringen Erfahrung vertraut haben und mir ein lehr- und spaßreiches Praktikum ermöglicht haben, an das ich mich gerne zurück erinnern werde.

 

Lesen Sie einen weiteren Zeitungsartikel über das Betriebspraktikum 2012 von Mona Fromm, Klasse 9a



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