Sicher im Internet

WAZ Kettwig, 27.März 2012

Theaterstück will Jugendliche zur Vorsicht mahnen
Mobbing im Internet ist Thema von "clickit!2". Ensemble aus Köln war im THG zu Gast

Hanna Schneider

„Kann ich mir die Aufführung auch im Internet angucken?", wird lmke Pankauke von einem Sechstklässler des Theodor-Heuss-Gymnasiums gefragt. Gerade hat er gemeinsam mit der sechsten bis neunten Jahrgangsstufe das Theaterstück„clickit2" gesehen.
    Das Team der Beratungsstelle „Zartbitter" gegen sexuellen Missbrauch zieht von Schule zu Schule und will den jugendlichen durch ein Theaterstück die Gefahren des Internets vermitteln. Nachdem die Elternvertreter Jutta Hertel und Anja Hamm die Schülerbegrüßt haben, wird es plötzlich ganz dunkel in der Sporthalle. Zunächst stellt das Team von „Zartbitter" Fragen an die Schüler, will wissen, was sie denn vom Internet halten. Schallender Applaus ertönt, als ein Darsteller behauptet, dass das Internet vollkommen ungefährlich sei.
    Doch die folgende Geschichte der zwei Jugendlichen Billa und Silvio, die Erfahrungen im Internet machen, fesselt schnell auch vorerst skeptische Zuschauer - denn dieses Thema betrifft jeden. Das zunächst so harmlose „Chatten" im Internet, wie es für fast alle Jugendlichen zum Alltag gehört, kann schnell gefährlich werden. Die Charaktere Billa und Silvio geraten durch Unachtsamkeit im Internet in eine schwierige Situation. Plötzlich sind sie im Visier einer gewalttätigen Gruppe und werden über das Internet „gemobbt".

Genau davor möchte „Zartbitter" warnen. Aufgrund dieser fiktiven, aber gleichzeitig sehr realistischen Handlung ist das Theaterstück für viele Jugendliche äußerst aktuell. Schwer zu sagen, wie viele der jungen und Mädchen im Publikum mit Mobbing im Internet vielleicht selbst schon Erfahrungen gemacht haben.
    Mit diesem publikumsnahen Konzept sind Johannes Schmidt, Wolfgang Decker und Imke Pankauke sehr erfolgreich: 2011 bekam die Gruppe von „Zartbitter" den „klick-safe" Preis für ihre altersgerechte Inszenierung des Theaterstücks.
    „clickit! 2" ist bereits die Neuauflage des vor sechs Jahren uraufgeführten Programms. „Da sich das Internet und auch die Problematik für Jugendliche ständig verändert, müssen wir uns daran anpassen", erklärt Imke Pankauke. Dabei wollen sie keinesfalls die Kinder verschrecken und ihnen Angst einjagen.
    Vielmehr möchten sie zeigen, dass jeder im Internet vorsichtig unterwegs sein und auch längst nicht alle Informationen über sich preisgeben sollte.
    Nach der Aufführung gab es für das junge Publikum die Möglichkeit, den Experten Fragen zu stellen. Diese hatten viele Tipps zum Umgang mit dem Internet und Ratschläge, wie man sich selbst besser in Chatrooms schützen kann, für die Jugendlichen bereit.
    Obwohl die Risiken des Internets bei jungen Nutzern oft verharmlost werden, wird dem einen oder anderen diese Aufführung sicherlich im Hinterkopf bleiben.