Streitschlichterprogramm

Das SSP ist ein Modell konstruktiver Konfliktbearbeitung nach den Methoden der Mediation. Bei auftretenden Konflikten zwischen Schülern vermitteln unparteiische Dritte, die von beiden Parteien akzeptiert werden. Sie führen die Konfliktparteien durch einen Klärungsprozess, der die Kontrahenten befähigt, gemeinsam eine einvernehmliche Konfliktlösung zu finden. Das Ziel ist eine Einigung, die von den Konfliktparteien unterzeichnet und umgesetzt wird.

Dieses Schlichtungsangebot besteht für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5-7. Streitende können sich in einem hierfür eingerichteten Schlichtungsraum bei den Schlichtem melden oder werden vom Lehrer aufgefordert, dieses Angebot zu nutzen. Damit dient das SSP in den Eingangsklassen dem Abbau von Aggressionen und dem konstruktiven Umgang mit Konflikten, es hilft die noch gängige Strafpraxis abzubauen, und stärkt vor allem die Eigenverantwortlichkeit der Schüler/innen.

Für das SSP werden in jedem Schuljahr Schüler/innen der Jahrgangsstufe 9 zu Schlichtem ausgebildet, um dann in der Jahrgangsstufe 10 als Schlichter eingesetzt werden zu können. Während dieser Ausbildung erwerben die Schüler/innen eine Vielzahl sozialer Fähigkeiten, die sie für Studium und Beruf zusätzlich qualifizieren. Insgesamt verbessert das SSP das Schulklima und trägt zu einem verständnisvolleren und verantwortlicheren Umgang der Schüler untereinander bei.

Ausbildung und Durchführung werden von einem Lehrerteam organisiert und begleitet.


Kettwig Kurier, 18.Mai 2011
Streiten macht Spaß
Im Theodor-Heuss-Gymnasium werden Streitschlichter geschult

Ja, natürlich soll eine Schulung den Teilnehmern auch Spaß machen. Vor allem, wenn diese sich freiwillig zu einer Ausbildung gemeldet haben, die von ihnen einiges an zusätzlichem Einsatz abverlangt: Am letzten Wochenende fanden sich 16 Schüler der Jahrgangsstufe 9 des Theodor-Heuss-Gymnasiums in der Jugendherberge in Werden ein, um in einem umfangreichen Schulungsprogramm zu Streitschlichtern ausgebildet zu werden.

Noch zwei weitere Ausbildungsblöcke werden sich anschließen, sodass dann im September die geprüften Streitschlichter mit ihrer Arbeit beginnen können. Während alle Welt sich bei sommerlichen Temperaturen im Freien vergnügte, galt es, die schwierigen Strukturen von Konflikten zu analysieren und den verzwickten Wegen zu folgen, die eine Auseinandersetzung zwischen Streitenden nehmen kann. Wichtige Grunderkenntnis dabei aber war: Streiten ist normal, und in jedem Konflikt stecken Chancen zur Veränderung. Diese gilt es zu finden und zu nutzen.

In der Streitschlichtung soll den Gegnern geholfen werden, selber einen für beide gewinnbringenden Weg aus der Konfrontation zu finden. Die Schlichter führen dabei die Streitenden in einem geregelten Verfahren zu einer Lösung, die dann in einem Vertrag festgehalten wird.
    Eltern und Lehrer am THG unterstützen diese Arbeit der Streitschlichter, denn sie wissen: Besser als der erhobene Zeigefinger und angedrohte Strafen sind Einsicht ins eigene Verhalten, Verständnis für den anderen und die gemeinsame Entscheidung, es auf einem neuen Weg noch einmal miteinander zu versuchen.
    Für die Schule bedeutet das einen Gewinn an Demokratie und für die Teilnehmer der Ausbildung eine wichtige Qualifikation, die in vielen gesellschaftlichen Bereichen immer mehr an Bedeutung gewinnt.
    Und wenn man dann beim spielerischen Üben sich mal so richtig beschimpfen darf - da kommt dann auch der Spaß nicht zu kurz.

Streitschlichter 2010/2011