Tessa Tienhaara

Mein Jahr im Ausland (2010/2011)

Anders als die meisten meiner Klassenkameraden beschloss ich nach der 9. klasse nicht, weiter das Theodor-Heuss-ymnasium zu besuchen, sondern für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Für mich war klar, dass ich unbedingt nach Amerika wollte, einmal am eigenen Leib zu erfahren, wie High School sich anfühlt. Nach langem Organisieren und Warten wusste ich auch, wohin genau in Amerika ich kommen würde, und zwar nach Michigan. Das einzige, das ich damals über Michigan wusste, war, dass es direkt an Kanada und den großen Seen lag und ein langer Winter auf mich warten würde.

In Amerika angekommen bemerkte ich schnell, welch großes Glück ich mit meiner Gastfamilie hatte. Ich hatte 4 ältere "Geschwister", mit denen ich mich von Anfang an super verstand. Die Anfangszeit war sehr aufregend und neu. Ich lernte viele neue Leute kennen und vor allem auch Amerika. Als die Schule anfing, lernte ich auch den amerikanischen Alltag kennen. Da in High Schools der Sport ein wichtiger Faktor ist, waren meine Tage immer sehr lang und anders als in Deutschland. Ich hatte jeden Tag bis drei Uhr Schule und anschließend zwei Stunden Training. Während meiner Zeit in Amerika war ich im cross country running, Schwim und golf Team. Unter der Woche blieb mir also wenig Freizeit. Was mir an der amerikanischen Schule am meisten gefiel, war der 'school spirit', die Football Saison und die Wahlmöglichkeiten an Fächern in der Schule. Die größte Umstellung für mich war der Stundenplan, der in amerikanischen High Schools nicht wöchentlich, sondern täglich ist. Sprich, ich hatte jeden Tag denselben Ablauf an Fächern. Zwischen meinen Pflichtfächern durfte ich auch Kurse wie Kochen, Child Development, etc. belegen. Ich persönlich fand die amerikanische Schule leichter als die deutsche, wobei mir auffiel, dass ich dort mehr Hausarbeiten bekam, als hier in deutschen Schulen.

In meiner Freizeit machte ich viel mit meiner Familie und mit Freunden. Da der Ort recht klein und ländlich war, gab es nicht allzuviel zu unternehmen. Meistens gingen wir aus essen, ins Kino oder zu schulischen Veranstaltungen wie den Footballspielen. Da ich ganz im Norden war, hatte ich ca. sieben Monate Schnee. Das Wetter war für mich eine große Umstellung, aber ich gewöhnte mich doch recht schnell daran. Thanksgiving und das amerikanische Weihnachten waren auch eine ganz neue Erfahrung für mich. Bei Thanksgiving ging es hauptsächlich darum, den ganzen Tag glücklich und dankbar zu sein und vor allem viel zu essen! Weihnachten wurden nicht wie für mich üblich die Geschenke am 24., sondern erst am Morgen des 25. geöffnet. Zwei meiner Lieblingserfahrungen in Amerika waren Prom, der große Abschlussball am Ende des Schuljahrs, und Graduation, der Abschluss der Abiturienten, an dem ich teilnehmen durfte. Während meines Aufenthaltes lerne ich sehr viele wundervolle Menschen kennen, besuchte acht verschiedenen Staaten, machte Erinnerungen und Erfahrungen fürs Leben und lernte viel über andere Kulturen und auch mich selbst kennen. Zurück blickend würde ich sagen, ich hatte eines der besten Jahre meines Lebens und bereue keine Minute davon. So sehr ich meine amerikanische Familie und Freunde vermisse, muss ich gestehen, freue ich mich wieder zuhause zu sein. Ich möchte bald zurück nach Michigan fliegen um alle zu besuchen. Nächsten Sommer wird meine Gastschwester für ein paar Wochen nach Deutschland kommen. Ich freue mich sehr, ihr etwas zurück zu geben und ihr ein kleines Bisschen von Deutschland zeigen zu können, nach all dem, was man mir gegeben und gezeigt hat!

Meine Gastfamilie bei der Ankunft

Florida, Universal Studios, Orlando

Prom

Prom