Elena Rodriguez

WAZ Kettwig, 02. Februar 2011

Ein spanisches Gefühl
Im Rahmen eines Austauschprogramms besuchte Elena Rodriguez ein halbes Jahr das THG

Sabine Moseler-Worm

Nur noch ein paar Tage, dann wird Elena Rodriguez im Flugzeug nach Madrid sitzen. Gern wäre die 16-Jährige noch länger in Kettwig geblieben, „doch ich bin Einzelkind und meine Mutter möchte, dass ich nach Hause komme", sagt sie und lächelt. Ein halbes Jahr hat sie hier gelebt, im Rahmen eines Austauschprogrammes das Theodor-Heuss-Gymnasium besucht.
    Der Abschied wird ihr schwerfallen. Das weiß sie. „Ich habe hier richtige Freunde gefunden, und Gegenbesuche sind schon fest eingeplant." Sie wohnt bei einer Gastfamilie auf der Rötsch, hat einen Gastbruder (Philipp, 17 Jahre) und Gastschwester (Katharina, 14 Jahre). Keine 18000 Einwohner hat Kettwig; in Madrid hingegen leben knapp fünf Millionen Menschen - und 45 Prozent davon sind unter 30 Jahre alt. „Klar, das ist schon anders hier. Kettwig ist sehr süß und sehr klein. Ich denke auch, dass wir Spanier mehr Party machen als die Deutschen..." Elena spricht fließend Deutsch.

Im Pre-Kindergarten hat sie die Sprache gelernt, ihre Eltern haben sie dann auf die Schweizer Schule in Madrid geschickt. 600 Schüler werden dort unterrichet, gut die Hälfte davon sind Spanier. Die bikulturelle Erziehung ist einer der Schwerpunkte. Elena: „Meine Eltern sind Spanier, und schon mein Vater hat die Schweizer Schule besucht und gute Erfahrungen gemacht." Sprachen sind Elena wichtig, sie lernt schnell. Englisch und Französisch spricht sie ebenfalls fließend. Was sie später einmal machen möchte, weiß sie noch nicht, „aber auf keinen Fall etwas Wissenschaftliches". Sie liebt es, zu shoppen, sie singt gern, treibt viel Sport. Im Sommer wird gejoggt und geschwommen. „im Winter fahren wir jeden Samstag Ski. Gerade beginnt bei uns die Saison..."
    Köln hat sie besucht und Düsseldorf, viele Menschen kennengelernt, ihren großen Sprachschatz noch erweitert. „Man kann so viel lernen wie man will, aber ich habe kein deutsches, sondern ein spanisches Gefühl. Daran wird und soll sich auch nichts ändern."