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Herr Fabisch

am THG von 2005 bis 2007

Mein erster Schultag – am THG

Mit Kribbeln im Bauch stehe ich am 15. 2.2005 vor dem THG: neue Schüler, noch fremde Kollegen, unbekannte Räume und neue Aufgaben. Nach 16 Jahren an der Viktoriaschule in der Essener Innenstadt weiß ich, was ich dort alles zurücklasse. Neugierige Blicke und ganz viele Fragen erwarten mich. „Sind Sie eigentlich nett?“ – „Wie streng sind Sie?“ – „Sollen wir Ihnen die Schule zeigen?“ Mit dem Ja zur letzten Frage beginnt die Religionsgruppe der 7 mir die Schule zu zeigen. Die erste Station ist die „Biopfütze“ auf dem Hof. Nach meinem Staunen über die letzten Reste mir unbekannter Lebensformen in einer leicht vermüllten Plastikwanne zeigen mir die 7er den schönsten Raum der Schule: Frau Hrabaneks Cafeteria. Voller Geheimnisse sei der Bunker unter dem Schulhof, sagen sie. Hier wird der Geschichtslehrer in mir wach. Warum wurde das THG eigentlich 1941 gegründet? In einer Zeit als Essens Schüler bereits mit der Kinderlandverschickung evakuiert wurden, entstand in Kettwig ein neues Gymnasium – merkwürdig. Dem will ich einmal nachgehen. Schließlich hatte auch meine alte Schule eine interessante Geschichte. Sie gehörte zu den allerersten Mädchengymnasien Preußens und seit 1912 konnten an ihr Mädchen erstmals ein reguläres Abitur ablegen. 17 junge Frauen, aus Essen und dem weiten Umland bestanden 1914 an „ihrer Viktoria“ die Reifeprüfung. Mit einer großen Ausstellung hatte ich versucht, die wesentlichen Stationen der Schulgeschichte lebendig werden zu lassen... Ach ja, auch um die schulinterne Ausbildung der Referendare hatte ich mich gekümmert. Jetzt wird neben meinen Fächern „Katholische Religion“ und „Geschichte“ das Thema „Lernen lernen“ eine neue Aufgabe werden.

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