Frankreich 2011

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Frankreich-Austausch? - Ja, bitte!

Freitag, 13.05.2011 - 7 Uhr 30 morgens - am Schwimmbadparkplatz im Teelbruch - TSCHÜSS, Mami und Papi!
So fing der zweite Teil unseres insgesamt gelungenen Grenobleaustausches an. Die Fahrt in die von den französischen Alpen umringte Stadt Grenoble war 10 Stunden lang und anstrengend, aber die Vorfreude, unsere Austauschpartner wieder zu sehen, war größer, also auch die Stimmung sehr gut.
Wir alle wurden mit Küsschen rechts und Küsschen links von unseren Gastfamilien empfangen und fuhren für eine Woche in unser neues Zuhause. Ich war nun auf mich allein gestellt - in einem anderen Land, mit einer anderen Sprache, bei fast fremden Leuten. Ob ich das wohl überleben würde? Ich hatte so meine Zweifel, als es mir nicht leicht fiel, mich beim Abendessen an die drei Jahre lang gelernte französische Grammatik zu erinnern und irgendwelche Brocken aus meinem Gehirn zu kramen, um einen halbwegs richtigen Satz zu bilden.
Ich ging relativ zeitig ins Bett und nach einem letzten "Bonne nuit!" ("Gute Nacht!") zu meiner Korrespondentin war ich eigentlich auch schon auf meiner Luftmatratze eingeschlafen. Am nächsten Morgen durfte ich ausschlafen, während meine Korrespondentin die letzten Mathe-Hausaufgaben erledigte. Es gab ein wenig Brot und "chocolat chaud" zum Frühstück. Doch, es war schon ungewohnt, das Marmeladen-Brot einfach in den heißen Kakao einzutauchen. Aber es schmeckte prima!
Meine Familie hatte eigentlich vor, mit einer Freundin, ihrer Korrespondentin und mir mit einer Seilbahn einen Berg hinaufzufahren, aber unglücklicherweise erlaubte uns dies das Wetter nicht - es regnete wie aus Eimern. Schade! Dafür besichtigten wir aber ein Museum über die Geschichte von Grenoble, was auch sehr interessant war.
Da das Wetter uns auch am Sonntag nicht Minigolf spielen ließ, besuchte ich mit meiner Gastfamilie noch ein weiteres Museum.
An den beiden Wochenendtagen hatte ich eigentlich vorgehabt, mich ins Französische so ein bisschen einzuleben. Tja, Pech gehabt! Ich war noch ziemlich verwirrt - was will man bei so vielen Sprachen auch erwarten? Das Spanische rutschte mir immer wieder dazwischen, aber Gott sei Dank verstand mich meine Familie nach mehrmaligem Nachfragen, auch wenn ich mal wieder die französischen Traditionen mit den deutschen verglichen habe (z.B. Frühstücksgewohnheiten). Die Kommunikation klappte also während der ersten zwei Tage noch nicht so ganz - ich dachte mir, das käme wohl noch… Dafür hat das abends immer warme und frisch zubereitete Essen sehr lecker geschmeckt!
Insgesamt hat mich meine Familie so aufgenommen, dass ich mich sehr wohl fühlen konnte! "Das Programm fängt an!", hieß es dann, nachdem wir uns alle über die zwei Tage in den Familien miteinander ausgetauscht hatten. Am Montag stand dort: visite de l'établissement; réception Mairie; visite de la Bastille ' Uns wurde der Schulkomplex gezeigt, der aus mehreren Gebäuden (Kindergarten/Grundschule, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II) besteht. Danach wurden wir sehr freundlich und ausführlich im Rathaus - nicht direkt vom Bürgermeister, aber von einer Vertreterin - willkommen geheißen. Anschließend fuhren wir mit einer Seilbahn den Berg hinauf zur Festung "La Bastille" und hatten so wundervolle Aufsicht auf die sehr schöne Stadt und die drei Bergketten, die sie umgeben und die man aufgrund des wieder guten Wetters ganz klar sehen konnte.
Dienstag - das erste Mal im Unterricht. Das war ein Chaos! Mathe, Englisch und Physik standen auf dem Stundenplan. Mathe war akzeptabel, aber Englisch - da haben sich die mindestens sieben Deutschen zwar mehr beteiligt als die Franzosen, aber so gut waren wir auch wieder nicht, denn es fiel uns wirklich schwer, Englisch zu reden - wir kommen aus Deutschland, sind in Frankreich und müssen Englisch denken!
Später fuhren wir in eine Tropfsteinhöhle - "Les Grottes de Choranche". Das war sehr beeindruckend und wir schossen Fotos noch und nöcher!
Am Mittwoch sind alle, die Franzosen und die Deutschen, direkt morgens früh mit einem Reisebus in die Stadt Annecy gefahren. Dort bekamen wir zwei Besichtigungsführungen - eine auf Französisch, eine auf Deutsch. Annecy ist wunderschön, es gibt dort einen großen See, auf dem wir auch später mit einem Boot gefahren sind. Dieser ganze Tag mit Picknick und allem, was dazu gehört, hat sehr viel Spaß gemacht und wir haben viel erlebt!
Um 8 Uhr morgens am Donnerstag "mussten" wir wieder mit unseren Austauschpartnern in den Unterricht - diesmal durften ein paar von uns eine Stunde Deutsch miterleben. Es war interessant, zu sehen, was und wie die Franzosen lernen - das aktuelle Thema war Bildbeschreibung.
Nach dieser Schulstunde fuhren wir Deutschen zu einem "Parcours Aventure", wo wir unseren Mut unter Beweis stellen mussten, denn der Abenteuerparcours war ein Klettergarten! Manche von uns waren mutig, denn trotz Höhenangst kletterten sie sehr hoch und sehr gut. Wir sind alle lebend und auch "nur" mit Muskelkater wieder 'raus gekommen. Das war ein Erlebnis - auch für die Lehrer, denn die sind trotz Sicherheitsgurt fast ins Wasser gefallen!
Nach einem erfolgreichen Tag bin ich abends wieder in meine Familie gefahren und musste mich nach einem Tag mit deutscher Sprache wieder auf Französisch verständigen, aber zum Glück bekam mein Gehirn die diversen Wechsel so langsam auf die Reihe.
Freitagmorgen "quälten" sich einige von uns noch ein letztes Mal durch Technologie. "Quälen", weil wir weder die Sprache in dieser Schnelligkeit noch den Sinn der Aufgaben verstanden - die Fachbegriffe will ich gar nicht erst erwähnen…
Danach strebte die deutsche Gruppe den letzten Ausflug der Woche an: Das Paradies der Schokolade - ja, bei diesem Namen ist es mir auch ganz warm ums Herz geworden.
Dort hörten wir uns einen Vortrag über Geschichte und Herkunft der Schokolade an - sehr interessant. Dann durften wir teure, aber gute Schokolade einkaufen gehen! Von leckeren Schokohasen bis Kosmetikkugeln aus dem Fett der Schokolade gab es wirklich alles!
Nach der Besichtigung des Museums, das ja eigentlich gar keins war, sondern ein Paradies (!), hatten wir noch einmal drei Stunden Zeit, um in der Innenstadt von Grenoble die Läden unsicher zu machen. Die einen waren erfolgreich dabei, die anderen eher nicht, aber Spaß hatten ALLE!
Nach dem Umziehen und Frischmachen ging es sofort weiter mit dem nächsten Programmpunkt: der Abschluss-Party in der Schule. Die war gut organisiert und trotz kleinem Lichteinfall durch die Fenster wegen fehlender Verdunklungsmöglichkeiten war die Stimmung super-gut - wir genossen das Tanzen zu guter Musik, umgeben vom Rauch, der aus dem Ghetto-Blaster kam!
Um 22 Uhr einschlafen, um 6 Uhr wieder aufstehen - oh, nein! Doch, auch das kriegte ich hin. Mein Koffer war gepackt, es hieß also: frühstücken, fertig machen, das Haus verlassen. An der Bushaltestelle verabschiedete ich mich ganz herzlich mit "merci beaucoup" von meiner Familie. Ein letztes Winken vom Bus aus und der Aufenthalt in Grenoble war zu Ende! "Dommage!" ("Schade!"), sagte ich mir!
Die Fahrt war erneut anstrengend und lang, aber mit netter Unterhaltung durch die Arztserie "Doktor's Diary" überlebten wir auch die Rückfahrt!

Den Grenobleaustausch kann ich nur wärmstens weiterempfehlen, denn er war wirklich sehr gelungen. Er hat geholfen, selbstständiger zu werden, denn das "Allein"-Sein in einem fremden Land, mit einer fremden Sprache, bei einer fremden Familie ist nicht immer einfach. Außerdem hat man nun das Gefühl, die Sprache besser, zumindest aber flüssiger zu sprechen - diese Vorstellung macht einem Mut, weiter zu lernen.
Der Austausch war eine Herausforderung, die sich als Abenteuer erwiesen hat!
Ich bedanke mich ganz herzlich bei den verantwortlichen Lehrern für die tolle Organisation!

Mona Fromm

Schüleraustausch mit Grenoble

Wie in jedem, fand auch in diesem Jahr ein Austausch mit der am Fuß der Alpen gelegenen Stadt Grenoble statt. Insgesamt 25 Schüler des THG in Begleitung von Herrn Zemke und Frau Werners, assistiert von Oberstufenschüler Lars Kahra, verbrachten eine Woche in Frankreich. Die Teilnehmer hatten sich bereits im April eine Woche lang in Kettwig kennen lernen können.
"Am Ende jeder Straße ein Gebirge". So beschrieb einst der in Grenoble geborene Schriftsteller Stendal die Stadt. Malerische Landschaften, der Fluss Isère, die Prachtstraße Cours Jean Jaurès und natürlich die drei Gebirge Belledonne, Chartreuse und Vercors gehörten zu den ersten Eindrücken, die die Schüler von der Stadt bekamen. Am Samstag, nach einer zwölfstündigen Busfahrt, konnten die Austauschpartner sich endlich wiedersehen. Das erste Wochenende verbrachten sie in den "familles d'accueil"- den Gastfamilien.
Montag sahen sich alle nach einem spannenden Wochenende mit zahlreichen Eindrücken wieder. Nach der Begrüßung durch den Schulleiter, M.Hamel, besichtigte die Gruppe die Partnerschule, das Externat Notre Dame. Sie besteht aus drei Komplexen, Vor- und Grundschule, Realschule und Gymnasium. Komplett durch Zäune vor Unbefugten geschützt, werden ihre Zugänge zusätzlich gesichert durch die so genannten "Surveillants", bei denen sich die Schüler ausweisen müssen.
Bei einem kurzen Empfang im Rathaus gab es einen kleinen Imbiss und Kugelschreiber als Gastgeschenk. Der anschließende Besuch auf der Bastille, welche einen eindrucksvollen Blick über die gesamte Region Grenobles bietet, sollte nicht das einzige Highlight bleiben. Dem Besuch der Grotte de Choranche, einer Tropfsteinhöhle, folgte ein Ausflug an einen Ort wie er schöner nicht sein könnte, nach Annecy. Malerische Berglandschaften, ein hellblau schimmernder See und eine schöne Altstadt, das alles ist Annecy. Die einstündige Bootsfahrt auf dem "Lac d'Annecy" bei strahlendem Sonnenschein, machten den Tagesausflug perfekt. Ein Besuch im Hochseilgarten Laffrey verlangte den Schülern und den Begleitern sportliche Höchstleistungen ab. Beim Besuch des Palais du Chocolat wurde die Geschichte von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade erläutert. Zur Freude aller Teilnehmer fand anschließend noch eine "dégustation", Verkostung, statt.
Am letzten Nachmittag gab es auch endlich Zeit Souvenirs einzukaufen. Allerdings mussten drei Stunden dafür ausreichen, was vor allen den Teilnehmerinnen des Austausches zu schaffen machte. Der gelungene Austausch wurde mit einer schönen Abschlussfeier am Freitagabend im Externat Notre Dame abgerundet. Samstag ging es dann nach schwerem Abschiednehmen zurück nach Essen- Kettwig.

Lars Kahra

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