G R E N O B L E

Grenoble-Austausch 2007


Kettwig Kurier, 28. Februar 2007

Ein Programmpunkt war der Besuch des Essener Rathauses. Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff (Foto Mitte) begrüßte die Gäste und eine Delegation ihrer Essener Partnerschule in der 22. Etage
THG: Raus aus dem Labor und rein in die „freie Wildbahn"
Französische Schülergruppe aus Grenoble besucht ihre deutsche Partnerschule

THGler der Jahrgangsstufe zehn hießen Anfang Februar Schüler des Externats Notre-Dame aus Grenoble für eine Woche lang willkommen. Sie gaben den Gästen einen kleinen Einblick in ihren deutschen Schulalltag und entdeckten kulturelle Unterschiede.

Das Programm war straff organisiert. Schließlich sollten die zehn Französinnen und Franzosen in der Woche einiges an Sehenswürdigkeiten und deutschen Eigenheiten kennenlernen.
      „Drei Aspekte kann man diesem Austausch voranstellen: Die Jugendlichen nehmen am deutschen Leben der Gastfamilien teil, lernen Essen und das Ruhrgebiet kennen und schließlich sehen sie, wie die deutschen Schüler unterrichtet werden", erzählt Herbert Zemke, Lehrer und Mitorganisator des, Austauschs.
      Dementsprechend voll waren die Tage gepackt: Stadtrundfahrt in Essen, Rathausempfang mit Bürgermeister Norbert Kleine-Möllhoff, Fahrt nach Köln und Besuch des dortigen Sport- und Olympiamuseums.
      Doch zunächst wurde den Grenoblern ein Wochenende ganz allein mit ihren neuen Gastfamilien gegönnt.
      „Zu mir kam Carpline", erzählt Anna Kuwertz (16). „Ich kannte sie nur von einem Foto und wir hatten uns ein paar Mails geschickt. Sie schrieb auf deutsch, ich auf französisch. Alles zu verstehen, war etwas schwer. Ich musste mir richtig Mühe geben. Als sie dann plötzlich bei uns war, war es anfangs ein bisschen ungewohnt, weil ich nicht immer wusste, was wir uns erzählen sollten."

Daniel Kneifel (16) nahm seinen Gastbruder Mickael mit auf eine Tour durch das Ruhrgebiet. „Wir waren unter Tage im Bergbaumuseum und Mickael hat das sehr gefallen. Nach dem Wochenende ging es dann auch mit dem Deutschen besser. Er hat sich mehr getraut zu sprechen und sein Deutsch wurde flüssiger."
      Dass dieser Aufenthalt sich stark auf die Sprachkenntnisse ausgewirkt haben dürfte, bezweifelt Herbert Zemke. „Dafür ist diese Woche zu kurz. Der Austausch hat eher einen Motivationseffekt. Die Schüler können endlich mal das Französische, was sie in der Schule unter Laborbedingungen lernen, in der Praxis anwenden."
      Die Neugier auf die jeweils andere Kultur ist dabei gewachsen.
      Merlin Lenzig (16) erzählt über seinen Gastbruder: „Bei Thibault ist es ganz schön anders als bei uns. Dort hat man kaum Freizeit, weil die Schule so lange dauert. Deshalb war es auch nicht immer ganz leicht, ihn bei Laune zu halten. Außerdem wird Thibault sehr streng erzogen. Er siezt seine Eltern sogar."
      Für Mai ist der Gegenbesuch geplant. Dann werden die Kettwiger das französische Leben erfahren. An Gastgeschenke wird auch schon langsam gedacht. „Ich werde Mickael wahrscheinlich ein T-Shirt mitbringen, auf dem das Ruhrgebiet karikiert dargestellt ist. Und für die anderen muss ich mir noch was überlegen."                                     NK  

 

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