G R E N O B L E

Grenoble-Austausch 2005


WAZ Kettwig, Silvester 2005

 

„Les jeunes" sollen sich wohlfühlen
Schüler aus Grenoble zu Besuch bei Schülern in Kettwig. Langjährige Partnerschaft mit dem THG

Von Steffi Cordes

Jedes Jahr packen Schüler des Externat Notre-Dame ihre Koffer, um Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums zu besuchen. Und ein paar Monate später gehen Schüler aus Kettwig auf die Reise, um die Schüler in Grenoble zu treffen - im Dezember waren diesmal 18 französische Jugendliche eine Woche lang bei deutschen Zehntklässlern zu Gast. Seit wie vielen Jahre dieser Austausch schon besteht, daran kann sich niemand mehr so recht erinnern. Fest steht jedoch: 1989 wurde die Partnerschaft schriftlich fixiert. Am THG ist seit 14 Jahren Lehrer Herbert Zemke (Französisch und Philosophie) für die deutsch-französischen Begegnungen zuständig.
      Die Teilnehmer sollen Land und Kultur kennen lernen, Freundschaften knüpfen. „Die aktive Komponente ist für Schüler in diesem Alter wichtig", sagt Zemke. Und deshalb wird viel unternommen. Diesmal ging's zum Beispiel in das Kölner Sport- und Olympiamuseum sowie zum Erfahrungsfeld der Sinne. Und weil Essen auch Partnerstadt von Grenoble ist, gab's für die Gäste traditionell eine Stadtrundfahrt nebst offiziellem Empfang in der 22. Rathausetage.
      Die Nachmittage sollen „les jeunes", die Jugendlichen, in ihren Gastfamilien verbringen.

Damit sie sich dort wohlfühlen, können sie vorab Vorlieben und Wünsche angeben. Ein wesentlicher Aspekt des Austausches: „Die Schüler sind auf sich allein gestellt in dem fremden Land, in der fremden Familie mit anderen Gewohnheiten." Neben der Chance, die andere Sprache „authentisch anzuwenden" sieht Zemke darin auch einen Schritt in die Selbständigkeit. Zwischen 15 und 17 Jahre alt sind die Austauschschüler. Und dass sie noch lange nicht selbstständig sind, zeigen Herbert Zemkes Reise-Anekdoten. Vor drei Jahren zum Beispiel war eine THG-Schülerin ohne Personalausweis in den Zug gestiegen - zum Glück wurde die Kettwiger Gruppe bei der Einreise nicht kontrolliert. Die Eltern schickten das Dokument nach. Auf der Rückfahrt hatte eine andere Schülerin ihren Rucksack mitsamt Papieren bei der Gastfamilie vergessen. „Die wohnte am anderen Ende der Stadt", erinnert sich Zemke. Der Zug fuhr pünktlich ab - und der Rucksack per Taxi zum nächsten Bahnhof: Dort reichte ihn der Fahrer ins Abteil.
      2006 werden wieder THG-Schüler nach Frankreich reisen - dann vielleicht per Bus, gemeinsam mit Schülern zweier anderer Essener Gymnasien, die ebenfalls Partnerschulen in Grenoble haben.

 

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