G R E N O B L E

Grenoble-Austausch 2003

 


WAZ Kettwig, Samstag, 03. März 2003

Schülerleben in Deutschland ist nicht so stressig
Jugendliche aus Grenoble am THG

Von Steffi Cordes

Mitte Februar packten 15 Schüler vom Externat Notre Dame in Grenoble ihre Koffer. Ziel der Reise: das Theodor-Heuss-Gymnasium in Kettwig. Neugierde, Schul-Deutsch und Lebenslust brachten die französischen Gastschüler mit.

Organisator Herbert Zemke, Französischlehrer am THG, sieht den traditionellen Austausch der zehnten Klassen als „praktischen Beitrag zur Völkerverständigung". Menschen eines anderen Landes kennen lernen, ihre Kultur erleben, ihre Sprache sprechen. „Eine interessante Erfahrung für die Jugendlichen", meint Zemke.
    Interessant für die Schüler waren besonders die Kleinigkeiten, durch die sich Lebensweisen und Länder unterscheiden. So geht der Franzose auch nachmittags zur Schule, kommt erst gegen 17 Uhr nach Hause. Dafür hat er das Abschlusszeugnis ein Jahr eher in der Tasche. Anderes Beispiel: „Bei meiner Gastfamilie habe ich am Sonntag erst um halb fünf Uhr Mittag gegessen", staunt Nicolas. In Frankreich sei die Uhrzeit fürs Mittagessen recht genau festgelegt (gegen 13 Uhr). Und dann sind da noch die Autos, die viel schöner seien als die im eigenen Land - und meist ganz ohne Beulen.
    Nicolas war bei Maria Waldvogel vom THG untergebracht. Der 15-Jährige findet das Leben in Deutschland „angenehm". Das Schülerleben sei nicht so stressig. Für den Austausch hat er sich entschieden, „weil ich glaube, dass mir die Sprache helfen kann". In Frankreich sprächen nur wenige Menschen Deutsch -„es ist eine Art Elitesprache", sagt Zemke.

 

„Deutsch wird von den Franzosen oft als schwer empfunden", erklärt Nadine Belmudes, Deutschlehrerin in Grenoble. „Wahrscheinlich wegen des Images, das auf dem veralteten Lehrsystems beruht", vermutet sie. Früher habe man einfach nur Sätze auswendig lernen müssen, ohne zu verstehen, was man überhaupt sagt. „Heute ist das natürlich anders." Das zeige allein der deutsch-französische Austausch. Nicolas lernt Deutsch, „weil es wichtig für Europa ist".
    Wie er mit den Deutschen zurechtkommt? Gut! „Die Deutschen sind offen, freundlich und interessiert. Und sie sind verantwortungsvoller", findet Nicolas. Seine Lehrerin Nadine Belmudes erklärt: „Wenn ich in Deutschland in ein Schwimmbad gehe, kann ich sicher sein, dass alles funktioniert und alles da ist, was ich brauche. Das ist in Frankreich anders." Ihr Fazit: „Deutsche machen sich immer vorher Gedanken um eventuelle Konsequenzen." Maria, Kettwiger Gastschwester von Nicolas, bestätigt das und nennt's „leichter leben".
    Die 16-Jährige hat sich für den Austausch beworben, „weil ich viel über den Alltag des anderen erfahre". Viermal hat sie schon in Frankreich Urlaub gemacht. Das Land lerne man allerdings erst richtig kennen, wenn man dort in einer Gastfamilie lebt. Bis sie ihre Familie in Grenoble trifft, muss sie sich noch gedulden: Die THG­Schüler werden erst im Mai nach Frankreich reisen.

 


WAZ Kettwig, Samstag, 22. Februar 2003

Schülerbesuch aus Grenoble
Besuch aus Essens Partnerstadt Grenoble haben zurzeit die Zehntklässler des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG). Am Samstag sind 15 Schülerinnen und Schüler des Externat Notre-Dame mit zwei Lehrererinnen in Kettwig eingetroffen, am Montag startete das elftägige Besuchsprogramm: mit einer Fahrt zum Kletterpütt auf der Zeche Helene. Am Dienstag besuchten die Schüler das Essener Rathaus, Ausflüge nach Bonn und zum Erfahrungsfeld der Sinne folgten. Am Montag werden die Gäste das Kettwiger Rathaus besuchen und sich über die Geschichte der Gartenstadt informieren. Gemeinsame Unterrichtseinheiten mit Zehntklässlern des THG stehen ebenfalls auf dem Programm. Untergebracht sind die Schüler bei Kettwiger Gastfamilien - bis Mittwoch, dann treten sie die Heimreise an. Ein ausführlicher Bericht über die Schulpartnerschaft folgt am kommenden Samstag auf der Jugendseite U18. Bild: Rieck

 

 

 

 

 

 

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