15 Jahre bilingualer Zweig am THG

 

15 Jahre Bi-Zweig am THG – eine Bilanz

Als wir im Schuljahr 1994/1995 unseren Bi-Zweig am Theodor-Heuss-Gymnasium einrichteten, waren wir alle sehr gespannt, ob sich diese Idee zu einem Erfolg versprechenden Konzept entwickeln würde. Heute – 15 Jahre später können wir mit Sicherheit sagen – es hat sich gelohnt!

Viele Zuschriften von Ehemaligen, die in den letzten Wochen bei uns eingetrudelt sind, bestätigen: ein bilinguales Abitur öffnet heute viele Türen, Kompetenz in der englischen Sprache ist in den meisten Studiengängen zu einer Selbstverständlichkeit geworden und natürlich im täglichen Umgang in einer globalisierten Welt nahezu unerlässlich.

Heute sind unsere Ehemaligen auf der ganzen Welt verteilt – u.a. in Vancouver, Sidney, New York, Hull, Maastricht, aber auch in Passau, Bremen, Düsseldorf, Essen, wo sie in internationalen Firmen bzw. Studiengängen tätig sind. Sie haben Englisch mehr oder weniger zu ihrer zweiten Muttersprache gemacht und bewegen sich anscheinend zumindest ohne sprachliche Probleme auf internationalem Parkett. Oder – und das freut uns besonders – sie haben sich vorgenommen, die Bili-Idee an Schulen weiter zu unterstützen – und werden Lehrer, z. B. für Englisch und Geschichte. Und immer wieder wird deutlich: die Ausbildung im Bi-Zweig hat den Anstoß für den ‚Blick über den eigenen Tellerrand’ gegeben und hat sprachlich eine wichtige Grundlage gelegt, auf der offenkundig gut aufgebaut werden kann.

Was will man also als Schule, als Lehrer mehr? Grundlagen zu legen, Motivation zu schaffen für den späteren beruflichen Werdegang und dann Erfolgsmeldungen von überall her zu bekommen, ist ein schönes Gefühl. Sicherlich war alles mit viel Arbeit verbunden. Zu Beginn gab es kaum Materialien, die in den Sachfächern eingesetzt werden konnten. So haben wir z.B. unsere ersten Geschichtsbücher in einer Sporttasche von der ersten Englandfahrt mitgebracht, die ein lieber Kollege getragen hat, wir waren zunächst zwei, später dann drei Kollegen, die die Berechtigung hatten, im Bi-Zweig zu unterrichten, und wurden in mehr oder weniger guten Fortbildungen auf unsere neue Aufgabe vorbereitet. Aber wir stellten nahezu einhellig fest: es macht Spaß, neue Formen von Unterricht, neue Materialien und neue Inhalte auszuprobieren.

Inzwischen ist der bilinguale Bereich durch Schulbuchverlage mit Material weitaus besser ausgerüstet, an unserer Schule gibt es ein verjüngtes und verstärktes Team, und ‚going bili’ macht uns und den Schülerinnen und Schülern immer noch Spaß!

Aus diesem Grund und weil wir in diesem Jahr 15 werden, wird es am Freitag, den 22. Januar eine ganz besondere Informationsveranstaltung zum Bi-Zweig geben, die größtenteils von Schülern und Ehemaligen gestaltet wird und die sich vor allem an die Eltern und Kinder der 4. Grundschulklassen richtet. Alle sind herzlich dazu eingeladen.

Karin Röver-Hepp


Kettwig Kurier, 27. Januar 2010

Flying Klassenzimmer
THG feierte sich und 15 Jahre bilingualen Unterricht

Ganz schön abgehoben zeigte sich das Theodor-Heuss-Gymnasium aus Anlass des 15-jährigen Gründungsjubiläums des bilingualen Ausbildungsganges.

Die Pausenhalle des THG wurde zum Flugzeug der Bili-Airways umgestaltet und so startete die ausgebuchte Maschine ihren virtuellen Flug. Begrüßt wurden die Passagiere von Schulleiterin Gudrun Wilk-Mergenthal, die nach einem Rückblick auf 15 Jahre Bi-Zweig dazu aufforderte, die Tickets bereit zu halten.
    Die Koordinatorin des bilingualen Ausbildungsganges Karin Röver-Hepp bereitete die Fluggäste zusammen mit ihrer Kollegin Petra Nierhaus auf den Flug vor, den Flugkapitän Andreas luncker übernahm. Die Englisch unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen waren als Crew hilfreich an Bord. Katharina Beckendorff und Arne Müller (beide Klasse 12) übernahmen charmant und souverän die weitere Flugbegleitung.

Das Programm während des Fluges war umfangreich und sehr vielfältig, so dass die Zeit wie im Fluge vergehen sollte, dabei erreichte das Programm groß und klein, denn es gab zum Beispiel ganz schön gruselige Geschichten, die von der Klasse 7 vorgelesen wurden - natürlich auf Englisch und eine Schar Gespenster zeigte den Kleinen, wie man auf fröhliche Art Vokabeln lernen kann. Auch als Top-Models unterhielten die jungen Schülerinnen und Schüler die Passagiere und zeigten neben City-Mode auch alternativen Chic bis hin zur Recycling-Mode aus Altmaterialien, begleitet von einer englischen Moderation.
    Eine Gruppe aus der Klasse 5 fragte sich, was ihre Haustiere wohl auf Englisch so denken und eine Litfaßsäule und ein Karton wurden lebendig und warben für Petfood. Nach der Pause wurden die beruflich bereits erfolgreichen Passagiere der VIP-Lounge interviewt; Jan Rudolph und Michael Iseghohi, die 2004 ein bilinguales Abitur ablegten,

rieten zum fleißigen Englischlernen und überraschten die fragenden Schüler mit der Aussage, gerne Vokabeln gelernt zu haben. Dass sich das gelohnt hatte, bewiesen sie mit einem englisch gesprochenen Statement.
    Den Schülern des bilingualen Geschichtskurses gelang es allerdings nicht die Geschichte für Ludwig den XVI. umzuschreiben, um ihn vor der Guillotine zu retten. In einer sprachlich beeindruckenden Leistung stellten sie die Gerichtsverhandlung um den abgesetzten König nach und mussten am Ende feststellen, dass bei den Passagieren, die als Richter fungierenden sollten, die Revolutionäre die Oberhand hatten und so wurde das damalige Urteil nicht revidiert. Nach einem zweistündigen Höhenflug landete die Maschine der Bili-Airwavs sicher auf der Landebahn des Theodor- Heuss-Gvmnasiums.


Fotos
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