Europa

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Zertifikate und Wettbewerbe
Erfahrungen im Ausland

WAZ Kettwig, 11. Mai 2012

„Wir sind in Europa zu Hause"
THG geht innovative Wege. E-Mail-Projekt mit Schülern in Schweden

Von Vera Eckardt „Wir sind in Europa zu Hause, das wollen wir auch unseren Schülern vermitteln", sagt Thomas Döpner, Schulleiter des THG, voller Überzeugung. Um diesen Gedanken mit Leben zufüllen, hat sich das Gymnasium mit Erfolg um das Zertifikat „Europaschule" beworben.

Nur vier Prozent in NRW

Seit 2011 trägt es die Zusatzbezeichnung, „damit gehören wir zu den vier Prozent in NRW, die sich Europaschule nennen dürfen".
    Die Voraussetzung für den Titel - bilingualer Unterricht, Austauschprogramm mit europäischen Ländern - habe man erfüllt. Jetzt muss der europäische Gedanke in den Unterricht und die Köpfe der Kinder einfließen .„Wir haben uns schon einiges einfallen lassen." So gibt es neben der klassischen England- und Frankreichfahrt seit diesem Jahr eine Europafahrt, die nach Brüssel führt. „Dort besuchten unsere Schüler das Europaparlament und diskutierten mit Abgeordneten." Gut vorbereitet seien die Achtklässler gewesen, hätten hart argumentiert, erzählt Döpner voller Stolz.

Auch das Fach „Europa", eine Mischung aus Politik, Erdkunde und Geschichte, soll ab dem nächsten Schuljahr in den Stufen 8 und 9 installiert werden. Fahrten nach Polen, Rumänien und in die Türkei gehören ebenfalls zum Konzept, sind Teil des Comenius-Projektes, eines Austauschprogramms, das innovative Wege der Zusammenarbeit und Partnerschaft schulischer Einrichtungen in Europa fördert.

Bewusst habe man sich für diese drei Länder entschieden, sagt Döpner, denn Europa bestehe ja nicht nur aus Frankreich, England, Italien und Spanien. Der 47-jährige Duisburger verhehlt nicht, wie entscheidend und wichtig das Engagement der Eltern sei, damit Austausch und Fahrten durchgeführt werden können. „Unsere Elternschaft trägt den Europagedanken mit, ist sehr aktiv." So sei die Idee der Brüsselfahrt in der Elternschaft entstanden. Und die zweiwöchigen Auslandspraktika, die Zwölftklässler bis nach Amerika führen, sei ohne die Hilfe der Eltern nicht machbar: „Sie besorgen uns die Praktikumsstellen."
    Um selbst die jüngsten Schüler mit dem Europagedanken zu infizieren, startet das Theodor-Heuss-Gymnasium bereits in der Unterstufe mit dem E-Mail-Projekt „E-twinning". Schüler der sechsten Klasse korrespondieren mit Gleichaltrigen aus Schweden, arbeiten gemeinsam an Themen und Fragestellungen, tauschen sich über ihre Lebensgewohnheiten aus. „Genau das braucht es, damit wir in Europa weiter zusammen wachsen", begeistert sich Thomas Döpner.

WAZ Kettwig, 27. Januar 2012

Damit es jeder sieht
THG-Schüler formieren sich zur menschlichen Europaflagge

Henrik Stan

27, mit Kroatien demnächst 28 Mitglieder zählt die Europäische Union. Auf ihrer Flagge sind aber nur 12 Sterne abgebildet, das unterscheidet sie von „Star spangled" Banner der USA, das jedem Staat ein eigenes, gezacktes Symbol zubilligt.
    Und es erleichterte die Choreografie am Theodor-Heuss-Gymnasium, wo sich am Donnerstag eine lebendige Fahne formierte.Alle sollten es sehen: Das THG ist Europaschule, im November von NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Landtag offiziell zertifiziert.



Behörde fand noch Haar in der Suppe

Dass sich Ziele nicht immer ohne Stolpersteine realisieren lassen, wurde an der Hauptstraße besonders augenfällig. Eigentlich hatte man die Schülergruppe in Blau und Gelb schon zwei Tage zuvor antreten lassen wollen.
    Bis zur Ausstellung der Ernennungsurkunde hieß es ebenfalls nachsitzen. Zwar war die Bewerbung akribisch vorbereitet worden, doch die Genehmigungsbehörden in Düsseldorf
fanden noch ein Haar in der Suppe.

    Dass es nun wirklich geklappt hat, erfreut vor allem Schulleiter Dr. Thomas Doepner. Er war 2010 mit dem erklärten Ziel angetreten, das THG unbedingt zur Europaschule zu machen. „Nur vier Prozent aller Bewerber erfüllen die nötigen Kriterien", weiß er.
    Und weiß auch: Dieser Anfangserfolg muss immer wieder neu unter Beweis gestellt werden. Denn nach fünf Jahren steht eine Rezertifizierung an. Was in den Bereichen Fremdsprachen, Auslandspraktika und Schüleraustausch erreicht wurde, nimmt eine Kommission noch einmal genau unter die Lupe.

Kettwig Kurier 19. November 2011

Europa daheim in Kettwig
THG wird Europaschule - Lehrer und Schüler entwickeln Gedanken ständig weiter

Ein echter Top-Hit ist das vereinte Europa noch immer nicht. Auch nicht im 28. Jahr seines Bestehens. Dank schwächelndem Euro, europakritischen Gedanken und Berichten aus vielen Mitgliedsstaaten und miesen Wirtschaftsprognosen auch kein Wunder. Da ist die Auszeichnung des Theodor-Heuss-Gymnasiums als Europaschule einer dieser seltenen Lichtblicke, in einem aktuell eher düster daherkommenden Europa.

VON SVEN KRAUSE


Lange haben Rektor Dr. Thomas Doepner und sein Team auf diesen Tag hingearbeitet. Gute drei Jahre vergingen seit der Idee, sich als Europaschule zu positionieren, wie Konrektor Dr. Walter Jahnke auf einer Lehrerkonferenz formulierte. Doepner erinnert sich: „Wir waren alle von diesem Ansatz begeistert und haben uns relativ schnell an eine entsprechende Umsetzung gemacht." Dank des seit Jahren am THG verankerten bilingualen Zweiges und vieler Auslandsfahrten und -freizeiten der Schule war ein entsprechendes Fundament vorhanden. Doch was eine entsprechende Europaorientierung im Lehrplan und vor allem passende Praktikumsstellen bei ausländischen Firmen für Schüler anging, da mussten Doepner und seine Mitarbeiter doch entsprechend nachbessern. Der Rektor blickt inzwischen durchaus stolz auf die Entwicklung des THG in diese Richtung zurück. „Wir haben uns immer halbjährliche Parameter gesetzt, in deren Grenzen wir versucht

haben uns Stück für Stück immer intensiver mit dem Thema Europa zu beschäftigen. Vor allem in der Oberstufe ist uns das inzwischen gut gelungen." So ist der Kurs „Wirtschaftsenglisch", den es seit zwei Jahren am THG gibt, inzwischen qualitativ so hochwertig, dass er auf

Pro-Seminar-Ebene abläuft und der jüngsten Generation von Auslandspraktikanten ein gutes Rüstzeug für ihren Auslandsaufenthalt mitgegeben hat. So weiß etwa Tina Sunjic, die in einem metallverarbeitenden Betrieb in der Nähe des englischen Birmingham eingesetzt war, zu berichten: „Dass meine Vorgesetzten und Kollegen total begeistert waren, dass es junge Deutsche gibt, die so fließend Englisch sprechen und auch verstehen." Die gleichen Erfahrungen haben auch Tim Haren und Kira Paul gemacht, die es in die Immobilienbranche nach Atlanta/Georgia verschlug. "Wir haben wirklich alles verstanden und konnten uns auch in schwierigen Fachtermini ausdrücken.
Das war schon toll und hat uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Bevor diese positiven Erfahrungen allerdings möglich waren, galt es vor allem bei den Auslandspraktika viele Verbindungen in Eigeninitiative zu knüpfen. Unterstuung in diesem Bereich gab es vom ansonsten gut zuarbeitenden Kultusministerium in Düsseldorf nicht. Für Projektmitarbeiterin Madeleine Wernes dennoch eine gute Erfahrung. "Ganz gleich ob wir bei den Auslandspraktika auf eigene Kontakte oder die von Eltern oder Verwandten unserer Schüler zurückgreifen konnten, wir haben viele wichtige Erkenntnisse gewonnen, die das Projekt Europaschule deutlich weiter gebracht haben." Bevor es soweit war, musste das THG in Sachen Zertifizierung allerdings ein Jahr nachsitzen, denn 2010 bemängelten die zuständigen Gremien bei der Landesregierung in Düsseldorf eben vor allem noch besagte Auslandspraktika. Doch seit kurzem ist das alles Schnee von gestern und Doepner und sein Team blicken schon in die Zukunft. Zunächst einmal wird es im Januar einen entsprechenden Europa-Festakt geben, auf dem die Zcrtifizientng gefeiert wird. Danach gilt es, den Europatag unter der Leittung von Wernes im Mai oder Juni erfolgreich über die Bühne zu bringen. Und dann ist da noch die Sekundarstufe eins, die der Schulleiter ebenfalls noch mehr mit ins Boot holen möchte. Da haben wir auch schon verschiedene Ideen, doch für die praxistaugliche Umsetzung brauchen wir noch ein bisschen. Schließlich ist Europa ja auch nicht an einem Tag zusammengewachsen." Wohl wahr, doch wer die Begeisterung und die Erfolge am THG sieht, weiß dass in diesem kleinen Kosmus in drei Jahren viel mehr möglich ist, als europaweit in 28. Respekt.