Die Kettwichte

Die offizielle Kettwichte-Seite "www.kettwichte.de"

Zeitungsartikel zur Premiere 2009

Zeitungsartikel zur Griechenlandfahrt 2006

Nachruf auf den Gründer der Kettwichte: Dr. Ernst König

Die Kettwichte-Seite des Jahrgangs 1966


Eine richtig gute Nachricht

Kettwichte-Chefin Monika Kleinholz verspricht ein neues und somit das 35. Programm

Mats Gerstenberg

Kettwig. Die Premiere fand vor angemessen ausverkauftem Haus statt. Am vergangenen Sonntag zeigte das THG-Schülerkabarett Die Kettwichte ihr neues Programms „Betreutes Lachen" im Alten Bahnhof.
    So neu ist dieses Programm allerdings gar nicht, vielmehr ist es ein überaus gelungener Streifzug durch die vergangenen 45 Jahre Kettwichte. Einige neue Elemente wurden aber selbstverständlich hinzugefügt. Und so wurde das Programm nicht als neues, sondern eher als ein weiteres bezeichnet. Betreutes Lachen - das beschreibt auch etwas überspitzt in etwa die Situation des deutschen Kabaretts, denn die Akteure sehen sich meist einem immer älter werdenden Publikum gegenüber. So sehen die Kettwichte ihr aktuelles Programm auch als „satirischen Zivildienst". Eine Kostprobe gefällig? „Ach, schau mal. Der da hinten hat schon sein Hörgerät abgestellt und döst ein wenig".
     Allerdings muss man sagen, dass bei der Premiere von einem überalterten Publikum keine Rede sein konnte. Viel mehr überraschte es wohl den einen oder anderen, dass ein Großteil der Besucher jüngeren Jahrgangs war. Einer der Höhepunkte an diesem Abend: die Inszenierung des „Weltenbürgertrauerspiels", das noch aus den Anfangszeiten der Kettwichte und aus der Feder des Gründers Ernst König stammt.

Die grandiosen Kostüme der Darsteller sorgten schon für Lacher, bevor überhaupt der erste Satz fiel. Aber auch der Auftritt des allseits beliebten Lehrers Jörg Kleffki - ein wahrer Kettwichte-Dauerbrenner - sorgte beim Publikum für allgemeine Erheiterung. Auch die musikalischen Einlagen und gesanglichen Leistungen der Darsteller waren durchaus hörenswert - vor allem der Song über die Milka-Kuh und das Melandrom von Melanie. Wie gewohnt und lieb gewonnen, holten die Kettwichte zum Rundumschlag gegen Gesellschaft, Politik und den Rest der Welt aus.
      Auch wenn es zwischendurch die eine oder andere kleine Panne gab, meisterten die Schülerinnen und Schüler ihren Auftritt souverän - und sie wurden vom Publikum mit tosendem Beifall belohnt. Und richtig gute Nachrichten für alle Kabarett-Freunde überbrachte die Kettwichte-Chefin Monika Kleinholz an diesem Abend. Die THG-Lehrerin ließ verlauten, dass es voraussichtlich ein neues und damit das 35. Programm des erfolgreichen Kettwiger Schüler-Kabaretts geben wird.

Dr. Ernst König begründete im Jahr 1965 eine für ein Gymnasium ungewöhnliche Tradition - das Schülerkabarett „Die Kettwichte". Hans Buring war von Anfang an dabei, als musikalischer Leiter und Pianist; bis er 1971 Ernst König ablöste. 1998 schloss Buring seine Arbeit als Leiter des Schülerkabaretts ab. Heiner Reßmeyer wurde 1999 sein Nachfolger. Mittlerweile leitet Monika Kleinholz Deutschlands bekanntestes Schülerkabarett.

 

Kettwig Kurier, Samstag, 12. September 2009

Gewidmet den sympathischen Gestringen
Kettwichte helfen altersschwacher Nation beim Lachmuskeltraining

Bevölkerungsforscher prognostizieren sich in Ekstase: In nicht allzu ferner Zukunft läuft Deutschland Gefahr, der größte Seniorenstift Europas zu werden.
     Glück für all jene, die in Kettwig gemütlich dahinaltern, denn seit vergangenem Sonntag nehmen sich die Kettwichte im „satirischen Zivildienst" mit ihrem neuen Programm „Betreutes Lachen" (nicht nur) altersschwachen Ortsansässigen an.
    Was macht die Generation 60 plus noch lieber als an sonnenfreundlichen Tagen mit entspannten 50 km/h über die Autobahn zu schleichen? Richtig, sie schwelgt in Erinnerungen an alte Zeiten.
    Und da auch die Kettwichte im Wirtschaftszirkus von Angebot und Nachfrage Greisendeutschlands bestehen müssen, boten sie ihrem nostalgielüsternen Publikum im Alten Bahnhof ein fulminantes „Best-of"-Programm aus inzwischen 45 Jahren Schülerkabarett. Vor prall gefülltem Saal zogen die Nachwuchssatiriker mit gewohnt spitzer Zunge Land und Leute durch den Kakao - Deja-vu-Erlebnisse für eingefleischte Kettwichte-Freunde inklusive. Da wurde die Milka-Kuh auf einen Horror-Trip zum Musikantenstadl geschickt, besang ihre Schreckensbegegnung mit den Wildecker Herzbuben und Marianne Hellwig,
um schließlich im Angesicht solch menschlichen Grauens die Vorzüge des Kuh-Daseins schätzen zu lernen: „Dank dir, dass ich ein Rindvieh bin!" Passend zum Wahlmonat verlangte „Der arme Souverän", bekront und im Altkleidergewand, Rechenschaft und „Satisfaktion" von seinen Staatsdienern. Der Sketch um die Frage, welche Macht der Wähler (nicht) hat enttarnte wortspielerisch und intelligent, dass Volkssouveränität ein Traumgebilde ist, Herr und Frau Mustermann hingegen bittere Realität sind.
    Und einer durfte natürlich unter keinen Umständen fehlen: Publikumsliebling Kleffki ging wieder auf Schulhofpatrouille. Die Fliege akkurat unterm Doppelkinn gespannt wetterte der Pädagoge vom Charme eines Rottweilers gegen den Doppelnamen tragenden Nachwuchs, der an deutschen Schulen mittlerweile zur Basiserziehung abgeben wird.
    Wie immer mit dabei: Kollege Götz und das Bollwerkchen anti-autoritärer Pädagogik Grämlich-Leiendecker, die standhaft an den guten Kern aller Francoise-Shirleys der Nation glaubt. Bei einem solchen Programm muss man keinesfalls beim Lachen betreut werden - das geht wie von selbst. Großartig!     mr

WAZ Kettwig, 06. Juni 2006

Kettwichte auf Reisen
Schülerkabarett gastierte in Griechenland. Auftritte in der Deutschen Schule und im Goethe-Institut von Thessaloniki. Am 16. Juni Abschlussvorstellung des aktuellen Ensembles im Alten Bahnhof
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen - was die Kettwichte im Mai in Thessaloniki erlebten, ist jedoch keine Urlaubsanekdote. Die neun Mitglieder des THG-Schülerkabaretts waren gerade einen Tag in Griechenland, „da wurde der Leiter der Deutschen Schule entführt", berichtet Lehrer Heiner Reßmeyer. Gleich der erste der beiden Auftritte der Kettwichte stand auf der Kippe. Ende gut, alles gut: Der Entführer gab noch am gleichen Abend auf. Und die Kettwichte, die ihre Requisiten quasi in letzter Minute aus der abgeriegelten Deutschen Schule ins Goethe-Institut transportieren konnten, hatten einen viel gelobten Auftritt. Wie einen Tage später auch beim Gastspiel in der Deutschen Schule. Bereits 2005 waren die Kettwichte in Thessaloniki und für 2007 ist das Nachwuchs-Kabarett auch schon eingeladen.

Zu den Auftritten kommen Griechen, die Deutsch studieren, aber auch Deutsche, die in Griechenland leben. Für die THG-Schüler, die jeweils zu zweit bei deutsch-griechischen Familien untergebracht waren, stand u.a. ein Empfang beim deutschen Vizekonsul auf dem Programm. Zum Abschluss genoss man noch einen Strandtag auf den Chalkidiki-Halbinseln. Am Freitag, 16. Juni, gibt das Ensemble eine Abschlussvorstellung: Im Alten Bahnhof wird um 19.30 Uhr letztmalig das Programm „Alle Macht geht dem Volke aus" gezeigt. Karten (13 €/10 €) gibt es bei Folgner und Decker sowie bei Familie Lamm (77 61). Ein neues Programm ist schon in Vorbereitung - Arbeitstitel: „Dumm ist Kult".

ine


 

Kettwig Kurier 22.März 2006

Wir wussten es: Kettwichte zu „Essens Besten" gekürt
Entscheidung in Kategorie Kunst getroffen: THG-Schüler siegten!

Entscheidung in Kategorie Kunst getroffen: THG-Schüler siegten! Jetzt sind die Würfel gefallen: Die „Kettwichte" wurden am Wochenende mit dem städtischen Preis „Essens Beste" der Sparte Kunst in der Philharmonie gekürt.

Die neun „neuen Helden" in Kettwig heißen Cora Freyse, Fabienne Gatez, Anja Kröger, Sarah Schulz, Christoph Ranft, Eva Seidel, Florian Senft, Marvin Marx und Konrad Kleinholz. Bis auf die beiden letzten, die Abiturienten sind, besuchen alle die Klasse 12 des THG.
     „Besonders Marvin Marx und mein Sohn Konrad waren wie vom Donner gerührt, als sie auf die Bühne steigen durften", so Kettwichte-Betreuerin Monika Kleinholz., „Wir haben eigentlich vorher nicht so richtig damit gerechnet, prämiert zu werden", so Kleinholz weiter. „Für die jungen Leute war es ein echter Höhepunkt, die Stimmung war sagenhaft, Kamerateams liefen allen hinterher,

und Mikrofone wurden ihnen von allen Seiten unter die Nase gehalten."
     Von der Jury berücksichtigt worden war ausschließlich der Zeitraum von 2004 bis 2005, - Darunter fielen die beiden Kettwichte-Programme „Geiz wäre geil" und „Alle Macht geht dem Volke aus", von deren außergewöhnlicher Konzeption sich die Preisrichter sichtlich beeindruckt zeigten. Gefeiert wurde für und mit den jugendlichen Akteuren dann gleich doppelt. Zuerst bei Bandmusik und einem kulinarischen Imbiss in den Räumen der Philharmonie, danach ging es ab in die „Stiege", das Stammlokal der Truppe. Bis viertel nach fünf in der Früh hielt es in der Gartenstadt kaum jemand auf den Sitzen, Eltern und Freunde inclusive. Was genau mit dem Preisgeld von 5.000 Euro geschieht, steht noch nicht fest. Monika Kleinholz: „Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass wir den Gewinn mit einem gemeinsamen Ereignis begehen, vielleicht einer Wochenendfahrt."

 


 Die Kettwichte übergeben sich

  So richtig erfahren, was die Kettwichte in ihrem Umfeld bedeuten, habe ich erst nach meiner Äußerung, die Arbeit mit den Kettwichten zu beenden. Viele konnten diesen Entschluss nicht verstehen.  Aber wer eine Aufgabe jahrein jahraus 33 Jahre gemacht hat, muss sich nicht mehr rechtfertigen, wenn er diese auf   gibt. Vor allem aber ist das eingetreten, was ich mir immer gewünscht habe: es ist ein   Nachfolger da, der die Arbeit mit den Kettwichten fortfahren möchte.  Und er ist nicht irgendwer, kein Unbekannter, mir jedenfalls nicht. Heiner Reßmeyer war vor vielen Jahren Referendar in meinem Deutsch-Fachseminar in Essen.  Dort fiel er mir als kreativer und sympathischer Kollege auf.   So ganz schrecklich kann auch er mich als Fachleiter nicht in Erinnerung behalten haben, schließlich nahm er bald freiwillig an mehreren Fortbildungsveranstaltungen teil, die ich zum Thema "Schülerkabarett" anbot.  Hier arbeiteten wir   erstmals - heute würde man sagen: produktorientiert zusammen. Es waren für mich die schönsten Workshops, die ich je geleitet habe.  Dann verschlug es Heiner zunächst nach Soest, wo er die Kettwichte schon bald ans Aldegrevergymnasium holte. In Erinnerung geblieben sind allen Kettwichten die Nachfeiern im Schullandheim am Möhnesee.

  Dann - vor einigen Jahren - der Wunsch, Heiner ans Theodor-Heuss-Gymnasium zu holen zur Unterstützung meiner Arbeit mit den Kettwichten.  Doch da verschlägt's ihn - genauer - die Behörde verschlägt ihn - ins ferne Ausland, an die Deutsche Schule in Istanbul.  Von diesem Schuljahr an steht er an meiner Seite, die nächste Kettwichte Generation wird er verantwortlich übernehmen.  

Die Kettwichte übergeben sich - wie wir alle hoffen - in gute Hände.


 
  Hans Buring übergibt die Kett-
  wichte an Heiner Reßmeyer


Nachruf auf den Gründer der Kettwichte: Dr. Ernst König