Das Orchester

WAZ Kettwig, 27. September 2012

Student bringt Orchester neue Töne bei

Fabian Glück betreut die "School of Rock" am THG

Von Julia Bodlin

Klassik und Pop passt nicht zu sammen? Wer diese Meinung vertritt, sollte vielleicht mal ein Ohr in die Orchesterproben am Theodor-Heuss-Gymasium werfen.
   Wenn knapp 20 Schülerinnen und Schüler dann,Viva la Vida" - im Original von Coldplay - oder "The show must go on" - von Queen - mit Geige Klavier, Trompete und Tuba spielen, dürfte es wirklich je den überzeugen, dass sich klassische mit moderner Musik sehr wohl vereinen lässt. Das Projekt "School of Rock" ist Folkwang-Studenl Fabian Glück zu verdanken, der das Orchester von der ehemaligen Musilclehrerin Maria Mohrmann-Meßing übernahm und hier seitdem einen - sprichwörtlich - neuen Ton angibt.

Seit der Gründung ist noch niemand ausgestiegen
Den jungen Nachwuchsmusikern aus den Stufen sechs bis zwölf scheint's jedenfalls zu gefallen; sie sind mit viel Engagement und Freude bei der Sache. Da wundert es auch nicht, dass seit der Gründung des Projekts noch alle Orchestermitglieder dabei sind; niemand ist ausgestiegen - im Gegenteil: sechs neue Kinder sind sogar noch hinzugekommen. "Der Spaßfaktor ist einfach größer, wenn sie Songs spielen, die sie aus dem Radio kennen und die sie auch privat

hören", weiß Fabian Glück. Die zwölfjährige Emily gibt ihm Recht: "Das ist mal etwas Anderes und macht wirklich großen Spaß."
    Spaß steht während der Proben immer an oberster Stelle, aber dennoch hat Fabian Glück natürlich auch einen gewissen Anspruch an seine Schüler: "Die Kinder müssen etwas dafür tun, bekommen Hausaufgaben auf, müssen Noten lernen und über Disziplin verfügen", so der mit 21 Jahren sehr junge Dozent.

"Arbeit auf hohem Niveau"
Den Anforderungen werden die Kinder aber gerecht. "Sie sind überaus konzentriert, wir arbeiten hier wirklich auf einem hohen Niveau", lobt der Student seine Sprösslinge. Ebenso wie für die Nachwuchsmusiker bedeutet das Orchesterprojekt auch für Glück viel Arbeit und Zeitaufwand. So verbringt er einen großen Teil seiner Arbeit mit dem Aufschreiben der Noten, da diese zu teuer wären, um sie zu kaufen. Einen kleinen Vorgeschmack auf die Arbeit des Studenten und seines Orchesters gibt es beim diesjährigen Weihnachtskonzert; im Frühjahr soll es dann ein abendfüllendes Programm geben, für das zehn bis 15 Stücke geplant sind. Letzteres wird voraussichtlich von einem Chor, von einzelnen Sängern oder einer Rockband begleitet.

Termin zum Reinhören: Wer bis zum Weihnachtskonzert nicht mehr warten möchte, kann auch bei den Proben, mittwochs in der Zeit von 18 bis 20.30 Uhr im Theodor-Heuss-Gymnasium vorbeischauen. Vielleicht kommt der ein oder die andere dann auch auf den Geschmack und schließt sich dem Orchester: an?